Interview Kai-Eric Fitzner

Persönlichkeiten:
Buchschreiber und Netzmensch Kai-Eric Fitzner

Der Autor Kai-Eric Fitzner wurde der Netz-Community durch eine einmalige Mischung aus seiner Lebensgeschichte, Spendenaktionen, Talent und Kampfgeist bekannt.

Er debütierte mit dem Roman „Willkommen im Meer“, der durch einen über das Netz hinaus reichenden Lovestorm nach seinem schweren Schlaganfall im Mai 2015 zum Bestseller wurde (#einBuchfuerKai). Kai-Eric Fitzners zweites Buch „Krumme Dinger“, das er noch vor dem Schlaganfall verfasst hatte, erschien 2017 im Verlag Droemer/Knaur.

Durch den Schlaganfall hat Kai Aphasie, das heißt seine sprachliche Möglichkeiten sind stark eingeschränkt (ich nenne ihn respektvoll „Kai“, weil die Community im Netz ihn eben so nennt). In seinem Blog mondspiegel.de gibt er viele Informationen über sich und  seinen Werdegang und kommuniziert auch offen und unsentimental über die Folgen seines Schlaganfalls. Da er selbst noch nicht wieder schreiben kann, assistiert ihm Annette Schwindt dabei. Zusammen posten sie auch noch unveröffentlichte Texte von vor dem Schlaganfall. Kais Schreibe ist frisch und frech, seine Artikel sind ebenso lesenswert wie die Bücher und geben einen Einblick in einen freien, unkonventionellen und scharfen Geist.

Genau das soll das Interview auch tun: einen Einblick ins Innere des schlaganfall-überstehenden, netznotorischen, #einRadfuerKai-fahrenden, mutmachenden Autors Kai-Eric Fitzner geben.

Kai-Eric Fitzner
Kai-Eric Fitzner

Ein paar Fragen an Kai Fitzner

 

1.) Du hast bisher zwei Bücher veröffentlicht. Welches ist für Dich das wichtigere?

„Willkommen im Meer“ ist das Persönlichere. Ich habe es in nur zwei Monaten in der 1.Person geschrieben. Tim, die Hauptperson, hat viel von mir selbst und vieles, was er sagt und tut, entspricht mir Wort für Wort. Ich teile seine Utopie vom Leben in einer echten Gemeinschaft und davon, dass Lernen dazu führen sollte, sich qualifiziert eine eigene Meinung bilden zu können.

„Krumme Dinger“ ist mir auch wichtig, aber das ist ein ganz anderes Genre. Außerdem war ich bei dessen Veröffentlichung nicht im selben Maße involviert wie bei „Willkommen im Meer“.

2.) Welches Adjektiv beschreibt Dein Autorsein?

Neugierig, investigativ, nachdenklich.

3.) Schreibst Du eher fürs Publikum oder eher für Dich?

Für mich. Ich habe bereits in jungen Jahren mit dem Schreiben angefangen und es hat sich zu einem der wichtigsten Dinge in meinem Leben entwickelt. Und das nicht nur auf Deutsch. Während und nach meinem Auslandsaufenthalt in Kanada (1987/88) habe ich dann auch angefangen auf Englisch zu schreiben. Dass ich seit meinem Schlaganfall 2015 noch nicht wieder schreiben kann, fehlt mir sehr. Aber ich habe noch einige angefangene Manuskripte in der Schublade, über deren Fortführung ich mir Gedanken mache.

4.) Welche Bücher anderer Autoren sind für Dich bedeutsam?

Alle! 😉 Und besonders die Bücher von T.C. Boyle, aber auch Fantasy wie Herr der Ringe oder die Bücher von Douglas Adams oder Generation X von Douglas Coupland.

5.) Der Verlag hat Deinen Krimi „Krumme Dinger“ fertigstellen lassen. Wie stehst Du dazu?

Das Manuskript war schon zehn Jahre alt, also ordentlich verstaubt. Was der Verlag jetzt daraus gemacht hat, ist aber gut geworden. Ein sehr lustiges Buch.

6.) Extrablöde Frage von mir persönlich, und das frag ich jeden Literatur-Mensch, den ich treffe: magst Du Gedichte?

Ja, gerne. Aber skurril müssen sie sein.

7.) Wo siehst Du Dich heute in 10 Jahren?

Das kann ich nicht sagen. Ich gehe neugierig durchs Leben wie ein Kind. Was in zehn oder zwanzig Jahren sein wird, weiß ich nicht.

8.) Was wäre Deine WUNSCH-Reaktion eines Lesers? Was soll aus Deiner Sicht dabei herauskommen, wenn jemand Dein Buch liest?

Das weiß ich nicht. Wenn ich ein Buch geschrieben habe, bin ich in Gedanken schon wieder beim nächsten.

9.) Deine Story ist eine Internet-Crowdfunding-Literatur-Erfolgsstory. Wird es sie irgendwann als Film oder Buch geben oder wäre Dir das recht?

Das könnte schon sein, aber dann nicht von mir geschrieben. Ein Problem hätte ich jedenfalls nicht damit.

10.) Bist Du schon so prominent, dass Du anderen mit Deiner Prominenz helfen kannst – oder sollten wir noch ein paar Millionen Likes und Shares drauflegen?

Bitte drauflegen. 😉

11.) Wann hast Du mit „literarischem Schreiben“ angefangen – will sagen, weißt Du noch, wann Du die erste Skizze oder Geschichte gemacht hast und dachtest: OK, das zeig ich irgendwann jemandem…?

Als Kind mit sieben Jahren habe ich zu Omas Geburtstag die Geschichte vom geschenkegierigen Hasen geschrieben. Das kam gut an, also hab ich weitergemacht mit der Fortsetzung von Star Wars, als ich neun oder zehn Jahre alt war. Dumm nur, dass George Lucas mir zuvorgekommen ist.

12.) Welchen Genuss schätzt Du in Deiner jetzigen Lebens-Situation am meisten?

Gute Gespräche.

13.) Du als Literat: gibt es ein Zitat oder einen Aphorismus, der Dir wichtig ist oder Dir geholfen hat? Sagst Du ihn uns? Hast Du ein Motto?

So long and thanks for all the fish! (Douglas Adams)

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